KLARTEXT von con|cess M+A-Partner Stefan Saner (Schweiz)

Thomas und Stefan Saner
Stefan Saner

saner consulting Partner & Berater. „Beim Firmenverkauf geht es um mehr als nur eine Transaktion.“

Allgemein
Aktualisiert: 08.07.2024

Kurz-Interview mit Stefan Saner für die KLARTEXT-Reihe von con|cess M+A.

Herr Saner, Sie vertreten im con|cess-Netzwerk gemeinsam mit Ihrem Vater und der saner consulting GmbH die Schweiz und Lichtenstein. Nehmen Sie große Unterschiede im M&A-Geschäft zwischen Deutschland und der Schweiz bzw. Lichtenstein wahr?

Nein, Deutschland und die Schweiz sind sich sehr ähnlich, die Unterschiede sind klein und damit sind auch die Barrieren für grenzüberschreitende Transaktionen recht niedrig. Ein Unterschied ist beispielsweise die Komplexität des deutschen Rechtes, die große Rolle, die Notare spielen. Da ist es in der Schweiz etwas einfacher, was sie wiederum für deutsche Unternehmen attraktiv macht. Auch die Unternehmenskultur ist etwas anders.

Worin macht sich das bemerkbar?

Vor allem in der Führungskultur. In Deutschland sind die Firmen hierarchischer aufgestellt als in der Schweiz. Dass kleine und mittelständische Firmen oft sehr stark auf eine Person zugeschnitten sind, eine zweite Führungsebene nicht existiert oder wenig zu sagen hat, ist in der Schweiz nicht so ausgeprägt wie in Deutschland. Das mag ein Grund dafür sein, dass hier ein sehr hoher Anteil der Verkäufe an Management-Buy-in (MBI)-Kandidaten geht.

Auch die Schwierigkeit, engagierte Jung-Unternehmer zu finden, von der wir in Deutschland hin und wieder hören, haben wir in der Schweiz nicht. Der Unternehmernachwuchs hier ist sehr aktiv und innovativ, das zeigt auch die Schweizer Start-Up-Szene.

Die Schweiz wird aufgrund der Multi-Lingualität, der Neutralität und der Lage gerne als international par excellence angesehen, ist sie das auch bei der Unternehmensnachfolge?

Interessanterweise legen Schweizer oder Lichtensteiner Unternehmer bei der Käufersuche zuerst großen Wert auf kulturelle und sprachliche Nähe. Auch wenn Französisch Amtssprache ist, liegt vielen (Deutschschweizer) Deutschland beispielsweise deutlich näher als Frankreich. Unsere Aufgabe ist es, unseren Kunden Märkte zu öffnen. Wir helfen mit dem umfassenden con|cess-Netzwerk, lokale, regionale und internationale Interessenten zu finden.

In welche Richtung laufen Transaktionen überwiegend ab?

In allen Richtungen. Wir haben einem Liechtensteiner Kunden beispielsweise regionale Interessenten genauso vorgestellt wie potenzielle Käufer aus dem deutschsprachigen Ausland und aus ganz Europa. Am Ende hat er sich für ein zehn Minuten entfernt liegendes Liechtensteiner Unternehmen entschieden, das zu einer Münchner Holding gehört.

In einem anderen Fall hat eine Schweizer Unternehmensgruppe einen deutschen Zulieferer übernommen, um kundennah und mit dem Siegel „Made in Germany“ produzieren zu können. Genauso haben wir den Verkauf der deutschen Tochter einer Schweizer Aktiengesellschaft an ein deutsches Family Office begleitet. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit birgt viele Möglichkeiten.

Welchen Nutzen haben Sie und Ihre Mandanten vom con|cess-Netzwerk?

Zum einen haben wir so eine einmalige Vermarktungskraft im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Das Netzwerk betreut ständig rund 150 Verkaufsobjekte und ca. 2.500 Kaufinteressenten, das ist schon ein großes Potenzial, das jeder einzelne con|cess M+A-Partner abrufen kann.

Zum anderen ist der Austausch unter den Partnern sehr eng. Im gesamten Netzwerk steckt enorm viel Erfahrung sowohl im Nachfolge-Geschäft als auch in den verschiedenen Branchen. Egal zu welchem Thema Fragen aufkommen: immer kann mindestens einer der Partner fundierte Expertise beisteuern, von der auch unsere Mandanten profitieren.

So können wir über unsere eigenen Kompetenzen als langjährige M&A-Professionals und Familienunternehmer hinaus eine Beratungstiefe und -breite anbieten, die in der doch relativ kleinen Schweiz selten ist.

 


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