Was ist eine indirekte Teilliquidation?

Bei einer indirekten Teilliquidation handelt es sich um den Versuch, eine Dividendenausschüttung und somit die Einkommenssteuer zu vermeiden resp. zu verringern.

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Wann liegt eine indirekte Teilliquidation vor?

Damit eine indirekte Teilliquidation vorliegt, müssen folgende Tatbestandmerkmale kumulativ erfüllt sein (Art. 7a, Abs. 1, lit. a StHG und Art 20a, Abs 1, lit. a DBG):

  • Eine Beteiligung des Privatvermögens in das Geschäftsvermögens einer natürlichen oder juristischen Person verkauft wird (Systemwechsel),
  • die verkaufte Beteiligung mindestens 20 Prozent am Grund- oder Stammkapital einer Kapitalgesellschaft entspricht (qualifizierte Beteiligung),
  • eine Entnahme von Substanz innerhalb von 5 Jahren erfolgt (Ausschüttung),
  • bei der es sich um im Verkaufszeitpunkt bereits vorhandene, handelsrechtlich ausschüttungsfähige und nichtbetriebsnotwendige Mittel handelt und
  • diese Entnahme unter Mitwirkung des Verkäufers erfolgte (Art. 20a Abs. 2 DBG).

Sind diese Tatbestandselemente erfüllt, liegt ein steuerbarer Ertrag aus beweglichem Vermögen vor, wobei der steuerrechtliche Einkommenszufluss im Verkaufszeitpunkt und nicht etwa im Zeitpunkt der Substanzentnahme erfolgt.

Siehe auch

Steuerliche Aspekte eines Unternehmensverkaufs im Falle einer Kapitalgesellschaft inkl. einem Beispiel zur indirekte Teilliquidation

Fachbegriffe

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