Deloitte Studie 2019 – M&A- Aktivitäten von Schweizer KMU

Schweizer Berge und Seen
Stefan Saner

saner consulting Partner & Berater. „Beim Firmenverkauf geht es um mehr als nur eine Transaktion.“

Allgemein
Aktualisiert: 27.04.2024

Allen voran KMU und Private-Equity-Fonds haben im vergangenen Jahr die M&A Aktivitäten in der Schweiz getragen. Die Aussichten für das laufende Jahr sind unsicher.

Die Anzahl der Transaktionen blieb im Vergleich zu 2017 stabil. Und 2018 war insbesondere durch einen Anstieg des Inbound-Geschäfts sowie einen Rückgang des Outbound-Geschäfts gekennzeichnet.

Die Schweizer CFOs schätzen zudem erstmals seit über drei Jahren die Inlandskonjunktur weniger optimistisch ein, sie sind aber immer noch positiv eingestellt. Trotz diesem ansprechenden Konjunkturumfelds in der Schweiz und einem dynamischen M&A Jahr 2018 bleibt die Perspektive für das M&A-Geschäft für 2019 weiterhin einem globalen Markt mit unsicherem Klima ausgesetzt.

Schwerpunkte der Studie

+1%

Anzahl der Transaktionen stagniert: Das Gesamtvolumen (203) der 2018 verzeichneten Transaktionen stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,0 %.

36%

Ständig steigendes Interesse von Private-Equity-Fonds: In 36% der Transaktionen war ein Private-Equity-Fonds involviert (35 % 2017).

66%

Hohe Anzahl an grenzüberschreitenden Aktivitäten: 66 % der Transaktionen fanden mit einem ausländischen Partner statt.

81

Starke Erholung der Anzahl Inbound-Deals: 2018 übernahmen ausländische Unternehmen 81 Schweizer KMU (+16 %).

Wo wurden Schweizer KMUs übernommen?

+16%

Hohe Anzahl an grenzüberschreitenden Aktivitäten: Das Inbound-Geschäft legte 2018 um 16 % zu und erreichte damit das Rekordniveau von 2014 (81 Transaktionen).

18%

Im industrie- sowie TMT-Sektor tätige Unternehmen waren am begehrtesten.

Outbound-Market:

52

Rückkehr zu den niedrigsten Werten von 2013, nachdem 2017 nahezu Rekordwerte erzielt wurden.

Deutschland (21), die USA (5) und das Vereinigtes Königreich (4) sind die drei beliebtesten Reiseziele der Schweizer KMU.

Private Equity

36%

In 36% der Transaktionen war ein Private-Equity-Fonds involviert.

32

32 Schweizer KMU waren 2018 das Ziel einer mehrheitlichen Übernahme durch Schweizer und ausländischer Private-Equity-Fonds.

+14%

Dieses Volumen ist eine Steigerung von 14 % gegenüber den 28 Akquisitionen im Jahr 2017.

18

18 Transaktionen wurden 2018 von ausländischen Fonds durchgeführt.

Aussichten

In einem unsicheren weltwirtschaftlichen und politischen Umfeld ist die Wirtschaftslage der Schweiz positiv, obwohl sie auf den schleppenden Weltmarkt empfindlich reagiert.

Es mehren sich die Warnzeichen, dass 2019 für Schweizer KMU konjunkturelle Risiken zu erwarten sind. Dazu gehören die Verschärfung der Handelskonflikte der Vereinigten Staaten mit zunehmenden protektionistischen Barrieren und Zweifel an den Finanzmärkten, die Entwicklung nach dem Brexit vor dem Hintergrund der politischen Spannungen in Europa, die den Multilateralismus in Frage stellen, sowie die Zukunft der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU. Die vom SECO nach unten revidierten Prognosen für 2019 deuten jedoch auf ein weiterhin positives Szenario für die Schweizer Wirtschaft und nur eine Normalisierung der Wachstumsrate hin.

Diese Unsicherheiten verschlechtern die Sichtweite von Unternehmen, was einige Käufer zu einer Pause veranlassen könnte, selbst wenn diese Dynamik das Transaktionsniveau 2018 nicht beeinflusst hat.

Das M&A-Geschäft könnte daher unter diesen negativen Signalen leiden, obwohl sich der Trend 2019 positiv entwickeln könnte.

Quelle: Deloitte